Aufgeschlagenes Buch mit Blumenarrangement

Patientenaufklärung gemäß § 630e BGB

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, liebe Eltern (bei Behandlung von Kindern),

um Sie vor Behandlungsbeginn über Art, Umfang und Durchführung der vorgesehenen therapeutischen Maßnahmen sowie über mögliche Folgen und Risiken zu informieren, erläutern wir Ihnen die für Ihre Behandlung wesentlichen Punkte. Bitte lesen Sie die folgenden Hinweise sorgfältig durch. Sie können jederzeit Fragen stellen.

Wichtiger Hinweis zum persönlichen Aufklärungsgespräch

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 05.11.2024 (Az. VI ZR 188/23) klargestellt: Die für Ihre Entscheidung wesentlichen Chancen und Risiken müssen im persönlichen Gespräch mündlich erläutert werden. Diese Informationen ergänzen das Gespräch und können es nicht ersetzen. Ihre Therapeutin oder Ihr Therapeut bespricht mit Ihnen die für Ihre Behandlung wichtigen Risiken und beantwortet Ihre Fragen. Die Einverständniserklärung unterschreiben Sie in der Praxis erst, wenn Sie ausreichend informiert sind und alles verstanden haben.

A. Allgemeine und übergreifende Behandlungsrisiken

Bei den im Therapiezentrum durchgeführten Behandlungen können – abhängig von der individuellen Situation – folgende allgemeine Reaktionen und Nebenwirkungen auftreten:

  • Nervenreizungen: Durch mechanische Reize oder Veränderungen der Gewebespannung kann es vorübergehend zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen, Sensibilitätsstörungen oder ausstrahlenden Schmerzen kommen.
  • Vegetative Entgleisungen (Reaktionen des autonomen Nervensystems): Möglich sind Schwindel, Übelkeit, Schweißausbrüche, Frieren, Herzklopfen, Blutdruckschwankungen oder kurzzeitige Kreislaufschwäche bis hin zur Ohnmacht.
  • Emotionale Reaktionen: Durch die enge Verbindung körperlicher Strukturen und der Psyche kann es zu unerwarteten emotionalen Reaktionen kommen. Dazu zählen plötzliches Weinen, Stimmungsschwankungen, tiefe Erschöpfung oder innere Unruhe.
  • Erstverschlimmerung: Bestehende Schmerzen oder Symptome können sich vorübergehend verstärken. Diese Reaktion klingt in der Regel innerhalb von ein bis drei Tagen von selbst ab.

B. Spezifische Risiken der einzelnen Fachbereiche

Je nach Verordnung, Befund und individueller Indikation können die folgenden Behandlungsformen bei Ihnen oder Ihrem Kind zur Anwendung kommen. Ihre Therapeutin oder Ihr Therapeut erläutert, welche davon für Sie vorgesehen sind.

1. Physiotherapie, Manuelle Therapie und Manuelle Lymphdrainage

  • Durchführung: Mobilisation von Gelenken, Dehnung von Geweben, muskuläre Entspannung sowie entstauende Maßnahmen zur Anregung des Lymphflusses.
  • Spezifische Risiken: Ausgeprägter Muskelkater, muskuläre Verspannungen als Gegenreaktion, kurzzeitige Bewegungseinschränkungen, Mikroverletzungen des Gewebes, leichte oberflächliche Schwellungen oder selten kleine Blutergüsse (Hämatome). Bei der Lymphdrainage kann es zudem zu einem stark erhöhten Harndrang kommen.

2. Osteopathie und Kinderosteopathie

  • Durchführung: Manuelle Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen im Bewegungsapparat (parietal), der inneren Organe (viszeral) und des craniosacralen Systems.
  • Spezifische Risiken: Ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfungszustände nach der Behandlung, muskulärer Hartspann, Kopfschmerzen oder Veränderungen der Verdauungstätigkeit.
  • Besonderheiten bei Kindern und Säuglingen: Vorübergehende Unruhe, vermehrtes Schreien, verändertes Schlafverhalten, veränderte Trinkgewohnheiten oder kurzzeitige Wesensveränderungen (z. B. besondere Anhänglichkeit).

3. Heilpraktik und Chiropraktik

  • Durchführung: Anwendung naturheilkundlicher Verfahren sowie gezielte manuelle Impulse (Manipulation/Justierung) zur Lösung von Gelenkblockaden, insbesondere an der Wirbelsäule.
  • Spezifische Risiken: Lokale Druckempfindlichkeit, Blockierungsgefühle oder Zerrungen der benachbarten Muskulatur.
Besonderer Warnhinweis zur Halswirbelsäule: Bei chiropraktischen Eingriffen oder Manipulationen an der Halswirbelsäule besteht in extrem seltenen Fällen das Risiko einer Verletzung eines blutversorgenden Gefäßes (z. B. Dissektion der Arteria vertebralis). Dies kann zu schwerwiegenden neurologischen Ausfällen bis hin zum Schlaganfall führen. Auch stärkere Nervenkompressionen oder Bandscheibenverletzungen sind seltene, aber mögliche Risiken.

4. Akupunktur

  • Durchführung: Stimulation spezifischer Punkte durch das Setzen feiner Nadeln zur Regulation und Schmerzlinderung.
  • Spezifische Risiken: Einstichschmerz, kleine Nachblutungen, Hämatome (Blutergüsse) oder lokale Rötungen/Schwellungen an der Einstichstelle. Sehr selten kann es zur Verletzung tiefer liegender Strukturen (z. B. Nerven, Blutgefäße) oder zu lokalen Infektionen kommen. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für vasovagale Synkopen (Kreislaufkollaps durch Nadelreiz).

5. Trainingstherapie

  • Durchführung: Aktives, gerätegestütztes oder freies Training zur Kräftigung, Stabilisation und Koordination.
  • Spezifische Risiken: Verzögert auftretender Muskelkater (DOMS), muskuläre Ermüdung bis hin zur Überlastung, Zerrungen, Bänderdehnungen oder Gelenkreizungen durch fehlerhafte Bewegungsausführung. Selten kann es zu einer Überlastung des Herz-Kreislauf-Systems kommen.

6. Stoßwellentherapie

  • Durchführung: Anwendung fokussierter oder radialer Stoßwellen auf das betroffene Gewebe.
  • Spezifische Risiken: Während oder nach der Behandlung können Schmerzen und eine vorübergehende Zunahme der Beschwerden auftreten. Möglich sind außerdem Hautrötungen, Schwellungen, punktförmige Einblutungen, Blutergüsse (Hämatome) oder eine vorübergehende Reizung von Nerven mit Kribbeln oder Taubheitsgefühl. Selten kann es zu einer stärkeren Gewebereizung oder einer Verletzung von Sehnen kommen.
Wichtiger Hinweis: Bitte informieren Sie uns vor der Behandlung über Blutgerinnungsstörungen, die Einnahme blutverdünnender Medikamente, eine Schwangerschaft sowie einen Herzschrittmacher oder Defibrillator. Ob diese Umstände relevant sind, hängt unter anderem vom Behandlungsgebiet und vom verwendeten Gerät ab.

7. Neuraltherapie

  • Durchführung: Gezielte Injektion eines Lokalanästhetikums (z. B. Procain) in bestimmte Haut- oder Gewebebereiche.
  • Spezifische Risiken: Möglich sind Einstichschmerz, vorübergehende Rötung oder Schwellung, kleine Blutungen oder Blutergüsse sowie kurzzeitige Taubheits- oder Kribbelgefühle. Eine Nadel kann selten eine Infektion, ein Blutgefäß oder einen Nerv verletzen; abhängig von der Einstichstelle können auch tiefer liegende Strukturen betroffen sein. Durch den Einstich oder die Anspannung kann es zu Schwindel, Kreislaufreaktionen oder einer kurzzeitigen Ohnmacht kommen.
  • Seltene Reaktionen auf das Lokalanästhetikum: Möglich sind allergische Reaktionen. Bei versehentlicher Injektion in ein Blutgefäß oder einer zu hohen Wirkstoffmenge kann es selten zu einer systemischen Reaktion kommen, z. B. mit Schwindel, Ohrgeräuschen, Kribbeln im Mundbereich, Unruhe, Sehstörungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Krampfanfällen.
Bitte informieren Sie uns vorab: Teilen Sie uns bekannte Allergien, frühere Reaktionen auf örtliche Betäubungsmittel, Blutgerinnungsstörungen und die Einnahme blutverdünnender Medikamente mit.

Dokumente zum Download

Hier finden Sie unsere Aufklärungs- und Einwilligungsbögen als PDF. Sie können sich damit vorab informieren oder das Besprochene später noch einmal in Ruhe nachlesen.

Therapeut schreibt Notizen am Tisch
Therapeutenkollegen mit freundlichem Lächeln

Ihre individuelle und persönliche Betreuung liegt uns sehr am Herzen

Deshalb verfolgen wir bei der Therapie einen ganzheitlichen Ansatz. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir die notwendigen Impulse für Ihre schnelle Genesung und Ihr Wohlbefinden geben. Wir freuen uns auf Sie!